Infektionsschutzkonzept Kirchengemeinde Zell u.A. bis 31.8.2020


Infektionsschutzkonzept der Evangelischen Kirchengemeinde Zell unter Aichelberg

Für die gottesdienstliche Feier während der Corona-Beschränkungen in der Christuskirche zu Aichelberg sowie der Martinskirche zu Zell (Gültigkeit vorerst bis 31.08. 2020)

Verabschiedet durch den KGR Zell unter Aichelberg per Umlaufbeschluss am 08.05. 2020 und in Kraft tretend ab Rogate 2020, 17.05. 2020.

1. Die Emporen der Kirchen sind gesperrt. Zugang zur Orgel hat ausschließlich der Organist, die Organistin, bzw. die Mesnerin für entsprechende Reinigungsarbeiten. (Anmerkung: Dies wird in beiden Kirchen durch ein entsprechendes Schild (laminiertes DINA4-Blatt an der Wand sowie durch einen aufgestellten Stuhl geleistet.)

2. Auf der Grundlage eines landeskirchlich verpflichtenden Mindestabstandes von zwei Metern zwischen den einzelnen Gottesdienstbesuchern*innen im Kirchenraum (Ausnahme Mitglieder einer Hausgemeinschaft) wird eine Personenhöchstzahl von 25 Personen für die gottesdienstliche Feier in der Martinskirche Zell und von 16 Personen für die gottesdienstliche Feier in der Christuskirche Aichelberg festgesetzt. (Die Mitglieder einer Hausgemeinschaft sind auf die Gesamtzahl voll anzurechnen. Auf diese Zahl ist der Ordnungsdienst und die Mesnerin mit einzurechnen. Pfarrerin und Organist*in sind nicht einzurechnen. -> Zell: 23, Aichelberg: 14.)

3. Die belegbaren Sitzplätze sind durch das Auslegen von Stuhlkissen sowie durch Klebemarkierungen an den Bänken gekennzeichnet.

4. Nachdem der OKR zuletzt die Thematik der Infektionsketten zurückgestellt hat, gibt es im Hinblick auf die Dokumentation der Gottesdienstbesucher*innen keine besonderen Vorkehrungen in Aichelberg und Zell. 

5. Der Einlass ist wie folgt organisiert: Über das wöchentliche Mitteilungsblatt, die Homepage und den Corona-Newsletter wird wöchentlich kommuniziert, dass die Gottesdienstbesucher und -besucherinnen auch beim Zugang zur Kirche und Betreten der Kirche bitte sorgfältig auf den Mindestabstand von 2 Metern achten. In beiden Kirchen steht den Besucherinnen und Besuchern nur der Haupteingang für den Zutritt zur Kirche zur Verfügung. Außerdem wird über das örtliche Mitteilungsblatt und die Homepage darum gebeten, nach Möglichkeit einen Mund-Nase-Schutz im Gottesdienst zu tragen.

6. Der Ausgang ist wie folgt organisiert: In der Christuskirche verlässt die Pfarrerin oder der Pfarrer als erste/r die Kirche. Ihr/Ihm folgt der Organist bzw. die Organistin. Anschließend wird die Kirche von hinten nach vorne und jeweils zwischen der Taufsteinseite und der Kanzelseite wechselnd einzeln verlassen. (also nach Reihe, beginnend auf der Taufsteinseite). Der Ordnungsdienst und die Mesnerin bleiben in der Kirche und zählen das Opfer (Mindestabstand berücksichtigen). Anschließend kümmert sich die Mesnerin um die sonstigen Belange (Kerzen, Reinigungsmaßnahmen usw.).

In der Martinskirche wird die Kirche durch den hinteren Eingang (unterer Kirchsaal) von vorne (Altar) nach hinten und jeweils zwischen der Taufsteinseite und der Kanzelseite wechselnd einzeln verlassen. Pfarrer*in und Organist*in verlassen anschließend die Kirche, durch den Hintereingang bzw. durch den Vordereingang (Organist*in). Der Ordnungsdienst und die Mesnerin bleiben in der Kirche und zählen das Opfer (Mindestabstand berücksichtigen). Anschließend kümmert sich die Mesnerin um die sonstigen Belange (Kerzen, Reinigungsmaßnahmen usw.).

7. Den Ordnungsdienst nehmen wahr: das für den Kirchendienst am betreffenden Tag vorgesehene Mitglied des Kirchengemeinderates sowie die Mesnerin. „Vulnerable Personen“ sollten möglichst nicht zum Dienst herangezogen werden.

8. Familienmitglieder einer Hausgemeinschaft können OHNE Abstände voneinander sitzen, es ist aber auf den Mindestabstand -2m- von allen übrigen Gottesdienstbesuchern*innen zu achten.

9. Desinfektionsmittel stehen bereit und zwar unmittelbar an den Eingängen.

10. Türen, Bänke, Stühle und andere Kontaktflächen werden wöchentlich desinfiziert.

11. Gesangbücher sind weggeräumt. Eigene Gesangbücher können mitgebracht werden.

12. Alle Fenster und Türen werden nach Möglichkeit offengehalten.

13. Plätze für Solisten*innen stehen nicht zur Verfügung, da dies minimierende Auswirkung auf die Zahl der potentiellen Gottesdienstbesucher*innen hätte.

14. Diensthabende Pfarrerin / diensthabender Pfarrer ist am: 17.05. 2020 Pfarrerin Claudia Trauthig. Ansonsten regeln die Predigtpläne den sonntäglich verantwortlichen Pfarrer bzw. die sonntäglich verantwortliche Pfarrerin. Diesen wird durch das Gemeindebüro jeweils das Hygienekonzept im Voraus schriftlich mitgeteilt.

15. Das Rundschreiben des Oberkirchenrats vom 30. April 2020 (AZ 50.10-03-V14 1.1) und die Hygienehinweise für Gottesdienste sind beigefügt und Grundlage dieses Konzepts.

Anhang 1-Hygienehinweise für Gottesdienste

1. Zentrale Hygienemaßnahmen

Das neuartige Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion über die Atemwege. Darüber hinaus ist eine Infektionsübertragung auch indirekt über die Hände möglich, die dann mit Mund-, Nasenschleimhaut oder der Augenbindehaut in Kontakt kommen.

Die wichtigsten Maßnahmen im Überblick :

 Abstandsgebot: Mindestens 2 m Abstand halten. Davon ausgenommen sind solche Handlungen, bei denen eine engere körperliche Nähe nicht zu vermeiden ist, was bei der Taufe der Fall ist; in diesen Fällen sind geeignete Schutzmaßnahmen wie das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung erforderlich.  Anm.: Taufen sind allerdings bis auf weiteres nur in separaten Taufgottesdiensten genehmigt.

 Gründliche Händehygiene (z. B. nach dem Naseputzen, Husten oder Niesen; nach der Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln; nach Kontakt mit Treppengeländern, Türgriffen, Haltegriffen etc., vor und nach dem Essen; vor dem Aufsetzen und nach dem Abnehmen einer Mund-Nasen-Bedeckung, nach dem Toiletten-Gang) durch

a) Händewaschen mit hautschonender Flüssigseife für 20 – 30 Sekunden (siehe auch https://www.infektionsschutz.de/haendewaschen/)

oder, wenn dies nicht möglich ist,

b) Händedesinfektion: Das sachgerechte Desinfizieren der Hände ist dann sinnvoll, wenn ein gründliches Händewaschen nicht möglich ist. Dazu muss Desinfektionsmittel in ausreichender Menge in die trockene Hand gegeben und bis zur vollständigen Abtrocknung ca. 30 Sekunden in die Hände einmassiert werden. Dabei ist auf die vollständige Benetzung der Hände zu achten (siehe auch CoronaPandemie - Hygienehinweise für die Schulen in Baden-Württemberg Stand: 22.04.2020 https://www.infektionsschutz.de/hygienetipps/desinfektionsmittel.html).

 Husten- und Niesetikette: Husten und Niesen in die Armbeuge gehören zu den wichtigsten Präventionsmaßnahmen! Beim Husten oder Niesen größtmöglichen Abstand zu anderen Personen halten, am besten wegdrehen.

Mund-Nasen-Bedeckung tragen: Das Risiko, eine andere Person durch Husten, Niesen oder Sprechen anzustecken, kann so verringert werden (Fremdschutz). Für den richtigen Umgang mit der Mund-Nasen-Bedeckung hat das Sozialministerium Informationen zusammengestellt: https://sozialministerium.badenwuerttemberg.de/de/service/presse/meldung/pid/aucheinfache-masken-helfen/

1 Nach einer Vorlage des Kultusministeriums für den schulischen Bereich, angepasst durch die Landeskirche für den kirchlichen Bereich.

 Mit den Händen nicht das Gesicht, insbesondere nicht die Schleimhäute berühren, d.h. nicht an Mund, Augen oder Nase fassen.

 Keine Berührungen, Umarmungen und kein Händeschütteln praktizieren.

 Öffentlich zugängliche Handkontaktstellen wie Türklinken und Fenstergriffe oder Fahrstuhlknöpfe möglichst nicht mit der Hand anfassen, z. B. Ellenbogen benutzen.

 Bei Krankheitszeichen (z. B. Fieber, trockener Husten, Atemprobleme, Verlust Geschmacks-/Geruchssinn, Halsschmerzen) in jedem Fall zu Hause bleiben und ggf. medizinische Beratung/Behandlung in Anspruch nehmen.

2. Raumhygiene

 Lüften: Besonders wichtig ist das regelmäßige und richtige Lüften, da dadurch die Innenraumluft ausgetauscht wird. Vor jedem Gottesdienst ist eine Querlüftung bzw. Stoßlüftung bei vollständig geöffneten Fenstern, ggf. auch Türen über mehrere Minuten vorzunehmen. Aus Sicherheitsgründen verschlossene Fenster müssen daher für die Lüftung geöffnet werden. Fenstergriffe möglichst nicht mit der vollen Hand bzw. den Fingern anfassen, ggf. auch Einmaltaschentuch oder Einmalhandtücher verwenden. Können aufgrund baulicher Maßnahmen Fenster in einem Raum dauerhaft nicht geöffnet werden, ist er für den Gottesdienst nicht geeignet.

 Reinigung: Die Reinigung von Oberflächen steht im Vordergrund. Dies gilt auch für Oberflächen, denen antimikrobielle Eigenschaften zugeschrieben werden müssen, da auch hier Sekrete und Verschmutzungen mechanisch entfernt werden sollen. 

 Handkontaktflächen: Sie sollen besonders gründlich nach jedem Gottesdienst mit einem tensidhaltigen Reinigungsmittel gereinigt werden (Das SARS-CoV-2-Virus ist ein behülltes Virus, dessen Lipidhülle durch die Tenside in Reinigungsmitteln inaktiviert wird, sodass eine sorgfältige Reinigung in diesem Kontext ausreichend ist). Handkontaktflächen sind insbesondere:

- Türklinken und Griffe (z. B. Schubladen- und Fenstergriffe) sowie der Umgriff der Türen, - Treppen- und Handläufe, - Lichtschalter und elektrische Geräte (z.B. Beamer, Fernbedienung…), - alle weiteren Griffbereiche.

3. Hygiene im Sanitärbereich

In allen Toilettenräumen müssen ausreichend Flüssigseifenspender und Einmalhandtücher bereitgestellt und regelmäßig aufgefüllt werden. Entsprechende Auffangbehälter für Einmalhandtücher sind vorzuhalten.

Am Eingang der Toiletten muss durch gut sichtbaren Aushang darauf hingewiesen werden, dass sich in den Toilettenräumen stets nur einzelne Gottesdienstbesucher (Zahl in Abhängigkeit von der Größe des Sanitärbereichs) aufhalten dürfen. Beispielsweise können entsprechende Abstandsmarkierungen in und vor den Toilettenräumen angebracht werden.

Toilettensitze, Armaturen, Waschbecken und Fußböden sind täglich zu reinigen (bzw. ist der Toilettenbereich nur im Kontext des Gottesdienstes aufzuschließen und anschließend -vor der nächsten Benützung- gründlich zu reinigen). Bei Verschmutzungen mit Fäkalien, Blut oder Erbrochenem ist nach Entfernung der Kontamination mit einem mit Flächendesinfektionsmittel getränkten Einmaltuch eine gezielte Desinfektion erforderlich. Dabei sind Arbeitsgummihandschuhe zu tragen.

Wickelauflagen sind unmittelbar nach Nutzung zu desinfizieren.

Anhang 2-Erneuerte Gottesdienstordnung

Mit Rundschreiben vom 20. März 2020 (AZ 50.00-03-V02/1.1) hat der Oberkirchenrat die örtlichen Gottesdienstordnungen anlässlich der Verordnung des Kultusministeriums über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus SARS-2 im Bereich von Gottesdiensten und weiteren religiösen Veranstaltungen und Zusammenkünften ausgesetzt. Die Kirchenleitung hat diese Aussetzung bewusst mitgetragen, weil der Schutz und die Fürsorge am Nächsten eine Folge des Glaubens an den dreieinigen Gott sind.

Die vergangenen Wochen haben alle, die für den Verkündigungsdienst Verantwortung tragen, herausgefordert und uns alle vor unbekannte Situationen gestellt. In dieser Zeit sind viele, gerade auch mediale und digitale Gottesdienstangebote entstanden, die Menschen neu erreicht haben. Dafür sei allen, die daran mitgewirkt haben, auch auf diesem Weg gedankt.

Das Verbot von Veranstaltungen und Ansammlungen in Kirchen und Gottesdiensträumen wird nun vom Land unter bestimmten Bedingungen gelockert. Das Gebot, soziale Kontakte zu minimieren, gilt weiterhin und wirkt sich auch darauf aus, wie wir Gottesdienst feiern. Die Landeskirche füllt dabei die Spielräume, die ihr das Land gibt, verantwortlich aus und bewertet die Situation fortlaufend neu. Sobald weitere Lockerungen verantwortbar erscheinen, werden sie mittels Rundschreiben bekannt gemacht, aus heutiger Sicht nicht vor dem 31. August 2020.

Mit der jetzt erfolgten Lockerung der staatlichen Vorgaben können Gottesdienste der Gemeinde anhand der anliegenden örtlichen Agende unter folgenden Bedingungen gefeiert werden, sofern der Kirchengemeinderat, in Verbundkirchengemeinden der Verbundkirchengemeinderat, im Einvernehmen mit der zuständigen Pfarrerin oder dem zuständigen Pfarrer angesichts der fortbestehenden Gefahrenlage nicht davon absieht:

1. In den Kirchen, Gottesdiensträumen und im Freien ist ein Abstand von mindestens 2 Metern (Mindestabstand) zwischen den Gottesdienstbesuchern gewährleistet. In einem Haushalt zusammenlebende Personen können in Abweichung davon näher zusammensitzen.

2. Die Emporen sind für die Gemeinde, Sänger oder Bläser gesperrt, für Organisten aber zugänglich.

3. Es dürfen nicht mehr Gottesdienstbesucher Einlass finden als unter Einhaltung des Mindestabstandes Sitzplatz finden können. Um dies kontrollieren zu können, ist vom Kirchengemeinderat oder Verbundkirchengemeinderat für jede Kirche, jeden Gottesdienstraum eine Personenhöchstzahl vorab festzulegen.

4. Der Ausgang erfolgt organisiert, durch bankweises Verlassen oder andere geeignete Formen nach Festlegung des Kirchengemeinderats oder des Verbundkirchengemeinderats.

5. Der Kirchengemeinderat, in Verbundkirchengemeinden der Verbundkirchengemeinderat, kann im Einvernehmen mit den zuständigen Pfarrerinnen und Pfarrern weitere Gottesdienstzeiten festsetzen, um möglichst vielen Menschen die Teilnahme an einem Gottesdienst zu ermöglichen.

6. Mitwirkenden im Gottesdienst wird empfohlen, Mund und Nase zu bedecken (Gesichtsmasken). Ebenso wird empfohlen, Gesichtsmasken am Eingang bereit zu halten und Einlass nur Personen zu gewähren, die Gesichtsmasken tragen. 

7. Gesangbücher werden nicht ausgegeben. Eigene Gesangbücher können mitgebracht werden. Nach Maßgabe der örtlichen Gottesdienstagende wird auf gemeinsames Singen verzichtet. Der Einsatz von Blasinstrumenten unterbleibt. Der Einsatz eines Solisten ist mit einem Abstand von mindestens 5 Metern möglich.

8. Türen, Bänke, Stühle und andere Kontaktflächen sind regelmäßig zu desinfizieren. Die Türen sollen offengehalten werden. Desinfektionsmittel sind am Eingang bereit zu stellen.

9. Nicht notwendige liturgische Berührungen (Handauflegen, Friedensgruß, Begrüßung, Abschied) unterbleiben.

10. Das Heilige Abendmahl wird bis auf weiteres nicht gefeiert.

11. Taufen werden nicht im Predigtgottesdienst der Gemeinde, sondern in einem selbstständigen Taufgottesdienst vollzogen. Bei der Taufhandlung am Taufstein kann der Mindestabstand unterschritten werden. Neben der Pfarrerin oder dem Pfarrer und dem Täufling dürfen nicht mehr als zwei Personen unmittelbar am Taufstein sein.

12. Trauungen sollten verschoben werden. Wenn sie dennoch stattfinden, ist wegen der auswärtigen Gäste besonders auf die Vorgaben zu achten.

13. Ordinations-, Konfirmations- und Jubiläumskonfirmationsgottesdienste können bis auf weiteres nicht gefeiert werden.

14. Bestattungen können gefeiert werden, wenn die oben genannten Bestimmungen und Maßgaben verbindlich eingehalten werden. Die Zahl der Besucher ist auf 50 begrenzt.

15. Gottesdienste im Grünen, Autogottesdienste oder Motorradgottesdienste können gefeiert werden, wenn die oben genannten Bestimmungen und Maßnahmen verbindlich eingehalten werden, mit der Maßgabe dass ein einzelner Bläser zulässig ist (Mindestabstand 5 Meter). Die Zahl der Besucher ist auf 100 begrenzt. Begegnungen, die dem fortgeltenden Kontaktverbot widersprechen, sind zu vermeiden.

16. Kindergottesdienste finden bis zur allgemeinen Öffnung der Kinderbetreuungseinrichtungen nicht statt.

Online- und Streaminggottesdienste sind in dem Rahmen zulässig, in dem auch sonst Gottesdienste zulässig sind. Investiturgottesdienste sind mit der Maßgabe zulässig, dass eine Beschränkung auf die am Gottesdienst Mitwirkenden einschließlich der Mitglieder des Besetzungsgremiums und den engsten Familienkreis erfolgt.

Die Gemeinden sind verpflichtet, für jeden Gottesdienstort ein schriftliches Infektionsschutzkonzept zu erstellen, das die Umsetzung der Vorgaben insbesondere nach Nummern 1 bis 4, 7 und 8 darstellt und auf die diensthabende Pfarrerin, den diensthabenden Pfarrer als verantwortliche Person verweist. Ein Ordnungsdienst ist vorzusehen, dem keine vulnerablen Personen angehören sollen. Das Infektionsschutzkonzept ist den örtlichen Behörden auf deren Verlangen vorzulegen. Eine Gliederung dazu ist abrufbar unter: https://www.elk-wue.de/#layer=https://www.elkwue.de/corona.

Wie sichergestellt wird, dass die Vorgaben nach Nummern 1 und 3 eingehalten werden, bleibt den Verantwortlichen vor Ort überlassen, also der Pfarrerin oder dem Pfarrer, die oder der den Gottesdienst leitet, nach Beratung im Kirchengemeinderat. Zwei Wege der Begrenzung sind gut und auch parallel vorstellbar: a) durch freundliche Einlasskontrollen bis zur Höchstzahl. b) durch die Markierung von Plätzen (z.B. Karte zum Motto des Gottesdienstes; gekennzeichnete Plätze (Sitzkissen). Um etwaige Infektionsketten nachvollziehen zu können, kommt insbesondere die Auslage nummerierter Namenszettel und Stifte auf den Sitzplätzen in Betracht, die beim Verlassen in eine eigens aufgestellte Kiste geworfen werden. Die Kiste ist zu verschließen und mit dem Datum des Gottesdienstes zu versehen. Vier Wochen nach dem Gottesdienst ist sie komplett zu vernichten, wenn keine Infektion aufgetreten ist. Die Sperrung der Emporen und der Verzicht auf das gemeinsame Singen erfolgt auf Empfehlung des Robert-Koch-Instituts, das von der EKD eigens dazu angefragt worden ist. Nach Einschätzung der Experten können beim Singen Aerosole verbreitet werden, die die Infektion weitertragen. Die aktuell zur Verfügung stehenden Masken sind danach nicht geeignet, diese Möglichkeit der Infektion auszuschließen. Spezielle Studien, die eine abschließende Beurteilung erlauben würden, gibt es dazu aber noch nicht. Sollte es gesicherte anderslautende Erkenntnisse der Wissenschaft geben, so werden diese bei einer Neubewertung berücksichtigt. Die Kirchenleitung ist sich bewusst, dass gerade der Verzicht auf den Gemeindegesang eine schmerzhafte, aber notwendige Einschränkung bedeutet, die hoffentlich bald aufgehoben werden kann. Wir streben an, bis zum Beginn der Sommerferien verlässliche Informationen zum Zeitpunkt der Wiederaufnahme von Konfirmationen und Trauungen zu geben. Die örtliche Agende wird unter dem Vorbehalt der Änderung der Gottesdienstordnung und des Gottesdienstbuchs durch den Geschäftsführenden Ausschuss im Wege der Anordnung nach § 29 Kirchenverfassungsgesetz für alle Kirchengemeinden festgelegt (§ 17 Satz 2 KGO). Die Gemeinden werden gebeten, sich mit dem zuständigen Dekanatamt über die Wiederaufnahme der Gottesdienste abzustimmen. 

Gottesdienstordnung für sonn- und feiertägliche Kurzgottesdienste in der Christuskirche Aichelberg und der Martinskirche Zell während der Corona-Krise

gültig vom 17.05. – 31.08. 2020 bzw. -falls nichts anderes beschlossen ist- darüber hinaus

·Geläut

· Begrüßung 2´ (KGR)

· Musik zum Eingang 3´

· Eingangswort mit gesprochenem A-men

·Â  Psalmgebet (i.d.R. Wochenpsalm) mit gesprochenem Ehr sei dem Vater

· Gebet zum Tage und Stilles Gebet 3´

· Instrumental Meine Hoffnung und meine Freude 2´

· Schriftlesung 2´

· Instrumental zum Wochenlied 2´

· Predigt 10´

· Instrumental zum Lied nach der Predigt 2´

· Fürbitten mit Vaterunser 3´

· Bekanntgabe: Opfer und ggf. Kasualfürbitte 1´

·Segen mit dreifach gesprochenem Amen 1´

Gottesdienstzeiten: Aichelberg um 9 Uhr mit Vorläuten, Zell um 10 Uhr mit Vorläuten.

Taufgottesdienste: in Zell oder Aichelberg um 11 Uhr.

(Näheres zu diesem Vorschlag im Rundschreiben des Oberkirchenrates:

Örtliche Gottesdienstordnungen nach § 17 Satz 2 KGO für die Zeit der „Corona-Krise“

Predigtgottesdienst

Eröffnung und Anrufung

Glockengeläut

* Musik zum Eingang

Eingangswort

*Psalmgebet

*Ehr sei dem Vater

Eingangsgebet

Stilles Gebet

Verkündigung und Bekenntnis

*Schriftlesung

Lied, in der Regel das Wochenlied (Solovortrag / Musik)

Predigttext und Predigt

*Lied (Solovortrag) / Musik

Fürbitte und Segen

Fürbittengebet (Allgemeines Kirchengebet)

Vaterunser

*Lied (Solovortrag) / Musik

*Abkündigungen

*Friedens- oder Segensbitte

Segen

*Musik zum Ausgang

Kommentar

a) Der Vorschlag im Ganzen

Die obenstehende Liturgie ist an die allgemeine Gottesdienstordnung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg in der bei weitem überwiegenden Form des oberdeutschen Predigtgottesdienstes angelehnt. Besonders zu beachten ist, dass auf den Gemeindegesang bis auf weiteres verzichtet werden muss und, dass der Gottesdienst eine Dauer von ca. 35 Minuten nicht überschreiten soll.

Daher wurden neben den konstitutiven Stücken nur wenige Elemente in das Formular übernommen, die meisten Stücken wurden durch * (Asteriskos) als fakultativ gekennzeichnet. Die Liturginnen und Liturgen werden in Wahrnehmung der Gemeindesituation und des örtlichen Herkommens die rechte Mischung finden, die die Verkündigung des Evangeliums fördert, den Gottesdienst zu einem stimmigen „Klangraum“ werden lässt und der Gemeinde guttut.[

Im Vorgriff auf die am 18.05.2020 vom Geschäftsführenden Ausschuss zu beschließende Regelung sind Eingangswort, Predigttext und Predigt, Vaterunser und Segen konstitutiv. 

b) Die einzelnen Elemente des Vorschlags

(die Terminologie richtet sich teils nach den obigen Begriffen, teils nach den Benennungen der Agende und der landeskirchlichen Gottesdienstordnung)

n Das Glockengeläut ist das Zeichen für die Gemeinde, sich zum Gottesdienst zu versammeln bzw. in der häuslichen Gemeinschaft, am Arbeitsplatz oder wo immer der gottesdienstlichen Versammlung zu gedenken und für sie zu beten. Es ist daher ein wichtiges Signal nach außen, an dem festzuhalten ist. Wo ein Zeichenläuten (30 bzw. 60 Minuten vor Beginn) üblich ist, sollte dies unbedingt geläutet werden.

n  *Musik zum Eingang ist ein wichtiges Schwellenritual und -signal, kann aber um der Kürze willen entfallen.

n Auf das Eingangslied wird verzichtet.

n  Das Eingangswort ist konstitutiv, das gesungene Amen entfällt. Der Liturg / die Liturgin kann Amen sagen, besser ist freilich, das Amen (leise oder halblaut gesprochen) von der Gemeinde sprechen zu lassen.

n Das *Psalmgebet ist fakultativ, es ist in der württembergischen Tradition ohnedies nicht allzu fest verankert, so dass es in diesen Zeit um der Kürze willen entfallen kann. 

n Das *Ehr sei dem Vater (Gloria Patri) wird gesprochen, nicht gesungen, auch hier wird es klassischerweise zwischen den beiden Gruppen verteilt (Wechsel nach „Geist“).

n Eingangsgebet und Stilles Gebet sind feste Stücke.

n Eine *Schriftlesung ist möglich, kann aber (ähnlich wie bei vielen Kasualgottesdiensten) entfallen, wenn sie geboten wird, sollte sie kurz sein.

n An dieser Stelle sollte ein musikalisches Stück vorgesehen werden, es sollte sich möglichst am Wochenlied orientieren.

n Predigttext und Predigt sind für einen württembergischen Gottesdienst konstitutiv. Gerade in der geprägten Zeit des Kirchenjahrs ist, wo immer möglich an den Vorgaben des Perikopenbuches festzuhalten, da hierdurch – wir hören alle auf denselben Text – auch bei kleiner Zahl die Verbundenheit mit der gesamten evangelischen Christenheit in Württemberg und weit darüber hinaus sinnfällig wird.

n Für das *Lied nach der Predigt gelten dieselben Bemerkungen wie für alle Musikstücke.

n Das Fürbittengebet ist als festes Stück vorgesehen (gerade in diesen Zeiten, hier ist Platz für das Gebet für Kranke, Leidende, Sterbende, es sollte aber auch den Blick weiten für die Welt)

n Das Vaterunser ist konstitutiv

n Die Abkündigungen sind – wie auch im „normalen“ Gottesdienst – auf das zu beschränken, „was der Gemeinde nicht auch auf anderem Wege zuverlässig zur Kenntnis gebracht werden kann“. Sie werden daher in der Regel entfallen oder besonders kurz sein.

n Eine *Friedens- oder Segensbitte wird gesprochen, nicht gesungen, vermutlich doppelt sie sich in den meisten Fällen mit dem anschließenden Segen und kann entfallen.

n Der aaronitische Segen ist konstitutiv, für das nachfolgende Amen gilt das oben zum Amen beim Eingangswort Gesagte.)



[1] Insbesondere wurde nach dem gegenwärtigen Stand der Diskussion der Gemeindegesang nicht ins Formular gerückt, es spricht nach Rückmeldungen der medizinischen Wissenschaft (insbesondere des Robert-Koch-Institutes) viel dafür, dass durch das exspiratorische Wesen des lauten Gesangs das Virus relativ gute Verbreitungsbedingungen vorfindet. Aus Gründen der Risikominimierung bzw. der Sorge um den Mitchristen/die Mitchristin wird daher auf den gemeinsamen Gesang verzichtet. Beim gemeinsamen Sprechen ist darauf zu achten, dass die Sprechrichtung und Körperhaltung nicht auf den Mitmenschen zielt, sondern eher nach unten. Auch durch gemäßigte Lautstärke und verringerte Mundöffnung kann das Ansteckungsrisiko minimiert werden.